Kathrin Iten in La Copine

Röschtigraben-Philosophie

Vom 17. – 19. November wird am Rennweg 26 ein durchweg bilingues Theaterstück zu sehen sein. Kathrin Iten nimmt das Publikum mit in die Welt von «La Copine vom Ferdinand», einer humorvollen, liebenswerten Figur voller Optimismus. Sie lässt einen eintauchen in ein universe, in dem die Dinge auf eine ganz eigene, sympathische Art hinterfragt werden.

von Jasmin Hefti

Zum Beispiel den Röschtigraben. Der geliebte Ferdinand kommt nämlich aus dem Welschland. La Copine will das savoir vivre der Romandie kennenlernen und wird so mit dieser eigenartigen, abstrakten Grenze konfrontiert. Wieso es diese Kluft zwischen den beiden Sprachgemeinschaften gibt, versteht sie nicht.

La Copine versteht vieles nicht – wovon sie sich aber nicht die Laune verderben lässt. Munter macht sie sich ihre eigenen Gedanken, findet ihre eigenen Antworten und gibt sich unverzagt. Verzagen könnte sie wohl: Ihr Ferdinand hat den Marschbefehl erhalten. Er dient in der Schweizer Armee, in der Zeit des 2. Weltkriegs.

Schwere Themen auf leichte Art

Im Stück werden durchaus ernste Themen angesprochen. Auf der Reise durchs universe kommt der Zuschauer an komplexen Fragen vorbei. Es geht um Politik, um Philosophie, um Schweizer Geschichte, um Krieg und ums Frau-Sein in verschiedenen Zeiten. Dank dem heiteren Wesen und der positiven Art von La Copine wirkt all dies aber niemals schwer. Trotz allem bleibt es eine Liebesgeschichte: Man wartet voller Hoffnung auf Ferdinand, wobei zwischendurch auch gejodelt, gesungen und das Handörgeli gespielt wird.

Kathrin Iten hat für ihre Figur eine ganz eigene Sprache gefunden. Sie spielt mit dem Deutschen und dem Französischen, lässt beides nahtlos ineinander übergehen. So wird «La Copine vom Ferdinand» zu einem durch und durch bilinguen Stück, in dem die beiden Sprachen nicht säuberlich getrennt, sondern gemischt werden. Gemischt – so wünscht sich Kathrin Iten auch ihr Publikum. Romands und Deutschschweizer sollen für einmal gemeinsam eine Vorstellung besuchen können.

Die «Ur-Copine»

Auf die Idee mit der Zweisprachigkeit kam Kathrin Iten, weil die Grundzüge der Copine in Paris entstanden sind. 2015 schuf die Autorin und Schauspielerin eine Figur, die das Leben in der französischen Hauptstadt aus der Sicht einer neugierigen, leicht naiven Schweizerin beschreibt. Für das Pariser-Publikum verfasst, war die erste Version des Stücks komplett Französisch. Es lag nahe, die Schweizer Fassung zweisprachig zu schreiben – zumal Kathrin Iten zuvor schon bilingue Charaktere gespielt hatte.

Produziert wurde «La Copine vom Ferdinand» vom Verein DAS.VENTIL. Er besteht aus einer Gruppe von Theaterschaffenden, die Menschen und ihre Gedanken bewegen wollen, und wurde 2014 von Kathrin Iten gegründet.

Mehr Informationen zu DAS.VENTIL findet ihr (in Deutsch und Französisch) auf der Website: www.dasventil.ch


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