Copytight: Martin Albisetti

«Andere berühren zu können ist krass»

Eins ist klar – die Stimme von Irina erzeugt ein Gänsehaut-Feeling à la Alicia Keys. Noch steht die Bielerin am Anfang, doch in Zukunft können wir einiges von ihr erwarten.

von Domenique

Das Singen wurde Irina quasi in die Wiege gelegt. Denn ihr Vater, der damals aus dem Kongo in die Schweiz kam, war Musiker und spielte in einer Band. «Seine Stimme ist unheimlich schön» schwärmt sie. Singen war für sie Zuhause also ganz normal. «Musik hat in meinem Leben einen hohen Stellenwert. Meine Gefühle mit singen ausdrücken zu können hat fast eine heilende Wirkung für mich». Andere damit auch noch berühren zu können, sei für sie das höchste Kompliment. Mit 17 schrieb Irina ihren ersten Song «Let me find the way», machte in der Schülerband mit, sang in einem Jazz- und Kirchenchor, und ging mit “Glo Gospel” auf Tour. «Ich hatte ziemlich Glück diesen Weg machen zu können. Denn mit dem Chor begann ich meine ersten Solo-Auftritte. Sie im Hintergrund zu haben machte es einfacher und hat mich sehr geprägt». Trotzdem ist sie auch heute noch etwas nervös bevor sie auf die Bühne steht. Dabei ist oft ihre Schwester Caroline. «Mit ihr zu singen macht mich sehr stolz. Wir harmonieren musikalisch sehr gut.» Auch Caroline schreibt ihre eigenen Lieder. Doch werden sie noch des Öfteren zusammen auf der Bühne stehen.

© Olaf Veit
© Olaf Veit

«Du erwischst mich zurzeit an einem Knackpunkt»

Trotz ihrer immensen Stimme, bleibt Irina bescheiden. Sie habe keinen theoretischen Blick auf das Singen und Technik fehle ihr noch. «Ich denke manchmal das könnte ich noch brauchen». Mit ihrer Musik Geld zu verdienen sei auch nie ihr Beweggrund gewesen. Auch kein Jazzstudium oder ähnliches wollte sie machen. Mehr hat sie sich für den sozialen Bereich interessiert und darin erst letzten Sommer ihr Studium beendet. «Mittlerweile habe ich mich aber sehr entwickelt und so viele Menschen kennengelernt, dass ich mir schon vorstellen könnte, etwas weniger zu Arbeiten und mehr Musik zu machen». Am meisten gelernt habe sie dabei von ihrem Band-Kollegen Nappy Pacco. «Er ist in ganz vielen verschiedenen Bereichen sehr talentiert. Sei es im Produzieren, Schreiben wie auch im Perfomen. Er hat mich musikalisch extrem beeinflusst». Was das Texte-Schreiben anbelangt ist sie aber immer noch ein «Laueri», sagt sie. Sie brauche immer lange weil Englisch nicht ihre Muttersprache ist, und in Deutsch oder Französisch zu schreiben könne sie sich nicht vorstellen.

Diverse Projekte am Start

Erst kürzlich war Irina mit ihrer Band “Irina and the Souls” auf der Bühne der Bieler Music Days im Chessu zu sehen. Vier Jahre arbeitete sie an ihrem eigenen Ding. Dies war nun der erste Auftritt der noch jungen Gruppe, die erst kurz vor Show den passenden Namen fand. Der Stil bewegt sich dabei zwischen Soul, Jazz und Motown. Ein Album sei zurzeit nicht geplant, doch «wir haben diverse kleinere Anfragen, konzentrieren uns aber mehr auf Live-Konzerte. Mal schauen was sich in Zukunft noch so ergibt».

Auch mit JB Funks arbeitet sie schon längere Zeit und neue Projekte sind bereits in Planung. Zusammen mit ihrer Schwester ist sie zudem Backgroundsängerin von Cali P. Wo wir Irina aber schon bald wiedersehren können, ist mit ihrem Kollegen Jonas Zahnd (der Gitarre und Drums gleichzeitig spielt) am:

Samstag, 11. Februar im Le Singe in Biel und

Samstag, 18. Februar im Café Parterre in der Berner Länggasse